Finanzen im Ausland

Finanzen im Ausland

Vor meinem Auslandssemester in Seoul 2010 habe ich mir ein kostenloses Konto mit kostenloser VISA-Kreditkarte bei der Comdirect Bank eingerichtet. Der Vorteil ist, dass man mit der Kreditkarte an sehr vielen Bankautomaten überall auf der Welt kostenlos Bargeld in der entsprechenden Landeswährung abheben kann. Außerdem bekam man eine Willkommensprämie aufs Konto gezahlt. Die Kreditkarte ist mit dem Girokonto verknüpft und die Beträge werden entsprechend davon abgebucht. Es handelt sich also rein formell damit nicht um eine richtige Kreditkarte, mit der man über einen bestimmten Kreditrahmen verfügt, sondern um eine sogenannte Debitkarte – man kann entsprechend nur den Betrag verwenden, den man vorher auf das Girokonto eingezahlt hat.

Inzwischen habe ich mich noch einmal per Internetsuche über alternative Kreditkarten informiert. Zum einen, weil ich gerne sicherheitshalber eine zweite Kreditkarte hätte, die ich entsprechend an anderer Stelle aufbewahren würde – für den Fall, dass ich beklaut werde oder meine Brieftasche verliere. Außerdem fallen bei der Comdirect-Karte zwar keine Gebühren für das Abheben von Bargeld an, dafür aber für das direkte Zahlen per Karte. Auf meiner Suche bin ich auf NUMBER26 gestoßen, ein Angebot der wirecard bank, das sich insbesondere an Reisende richtet. Auch hier richtet man sich ein Girokonto ein, mit dem die Kreditkarte (auch hier: eigentlich Debitkarte) verknüpft ist. Bei diesem Angebot erhält man eine MasterCard. NUMBER26 hat aus meiner Sicht allerdings auch einen Nachteil (für andere hingegen mag es ein Vorteil sein): Die ganze Bankaccount-Verwaltung ist darauf ausgerichtet, dass man ein relativ neues Smartphone hat, das die entsprechende App unterstützt. Aktuell benötigt man entweder ein Apple-Gerät mit iOS 7 oder neuer oder ein Android-basiertes Handy mit mindestens Android-Version 4.3. Mein 6 (?) Jahre altes LG P500 hat hingegen Android 2.2.

Also habe ich ein wenig das Internet durchstöbert und bin eine Anleitung gestoßen, wie man NUMBER26 auch ohne (aktuelles) Smartphone nutzen kann. Ich habe jetzt also eine sogenannte virtuelle Maschine (VM), auf der ich Android emuliert habe. So kann ich die NUMBER26-App auf meinem Notebook starten. So habe ich dann auch versucht, den Kontoeröffnungsprozess durchzuführen. Das funktioniert nämlich eigentlich auch alles per Online-Identifizierung. Man hat die Wahl, den Prozess entweder püber die App oder per Webseite des Anbieters durchzuführen – oder ganz klassisch per PostIdent-Verfahren. Da mein Smartphone ja getrickst ist, habe ich die Online-Variante per Webcam ausprobiert. Das war ganz lustig: Man wird mit einem Mitarbeiter verbunden und führt ein Videogespräch und soll dann seinen Personalausweis in die Webcam halten. Das hat leider bei mir nicht so gut funktioniert, weil das durchs Fenster einfallende Licht dazu geführt hat, dass die Hologramme auf dem Ausweis gespiegelt haben und man auf dem Foto nicht so viel erkennen konnte. Der Mitarbeiter war jedenfalls nicht glücklich damit und hat vorgeschlagen, dass ich es doch lieber per Smartphone versuchen sollte, das sei unkomplizierter. Ich habe zugestimmt, aufgelegt, und dann die PostIdent-Methode gewählt. 😉 Um ein neueres Smartphone werde ich aber wohl über kurz oder lang doch nicht herumkommen. Mein altes spinnt schon manchmal etwas rum, und ich hätte gerne die Möglichkeit, zwei Sim-Karten parallel zu betreiben, was neuere Handys ja jetzt fast standardmäßig anbieten. Gerade im Ausland erscheint mir das sehr praktisch, dann eine lokale Sim-Karte zu haben und trotzdem noch auf der üblichen Nummer erreichbar zu sein.